1951, der Kalte Krieg war schon in vollem Gange, begannen die Westalliierten,
sich ernsthafte Sorgen über die häufigen, grenznahen Großmanöver
der WGT-Truppen zu machen. Man befürchtete, eine dieser Übungen
könne als Tarnung für die Vorbereitung eines groß angelegten
Angriffs auf Westdeutschland genutzt werden.
Die britische Besatzungsmacht, zuständig für den Norden Deutschlands,
sah sich dadurch zur Einrichtung grenznaher Abhörposten veranlasst.
Bereits 1948 hatte man auf dem Elm bei Königslutter eine Kuppe für
Zwecke der Luftbrücke verwendet und entschloss sich, dieses günstig
gelegene Gelände nun für die neuen Zwecke zu nutzen. Im März
1951 bauten die ersten neun Soldaten der 101st Wireless Troop ihre Zelte
in Langeleben auf. Dieser erste mobile Einsatz war ein großer Erfolg
und man entschloss sich, eine ortsfeste Station an gleicher Stelle einzurichten.


Wahrscheinlich um das Jahr 1953 wurden die ersten festen
Gebäude - damals nichts weiter als Holzhütten - errichtet.
Obwohl nun bereits rund einhundert Mann ihren Dienst hier oben versahen,
waren die Unterkünfte und sanitären Anlagen nur sehr provisorisch.
Die Offiziere waren in einer nahegelegenen Wirtschaft untergebracht
und hatten es somit etwas besser.
Während der Unruhen in Ungarn im Jahr 1956 war die Einheit ständig
in Alarmbereitschaft. 1957 wurde sie umbenannt in 2nd Squadron,
1st Wireless Regiment, das Hauptquartier war nun in Birgelen
nahe der holländischen Grenze. In den sechziger Jahren wurden
die bis dahin semi-mobil genutzten Technikfahrzeuge ebenfalls
durch feste Gebäude ersetzt. Und 1963/1964 wurden endlich
auch die Unterkünfte durch neue, moderne Bauten abgelöst.
Zwischen 1960 und 1970 wurden auch verstärkt mobile Außenstationen
eingesetzt. Das Camp selbst trug nun den Namen "Anderson
Barracks" und lief unter der Führung des 13th Signal
Regiment. Neben einem Kino, einer Bar und dem NAAFI-Shop gab es
nun auch eine offene Zisterne, die sich natürlich prächtig
als Pool eignete. 1967 gab es erneut eine Reorganisation - die
Einheit wurde mit der 225th Signal Squadron verschmolzen. 1977
wurde das 14th Signal Regiment (EW) aus mehreren anderen Einheiten
gegründet und war nun auch für diesn Außenposten
zuständig. Das Hauptquartier befand sich ab 1985 in Celle
und von hier aus traten die meisten Soldaten auch ihre 24-Stunden-Schichten
an.
Mit der Wende kam auch das Aus für die "Anderson Barracks".
Zunächst wurde die Dienstzeit verkürzt - statt 24-Stunden-Dienst
arbeitete man nun nur noch während der normalen Dienststunden in
der Woche. Nachdem die Anlage zuletzt fast nur noch zu Trainingszwecken
genutzt wurde, schloß die britische Armee sie zum 30. November 1992.
Das Gelände verfügte zuletzt über fünf große
Gittermasten und eine stattliche Anzahl von Gebäuden, darunter auch
eine Sporthalle, Garagen, Werkstätten, ein NAAFI-Shop und ein Heizhaus.

Das Gelände stand nach 1992 sehr lange Zeit leer und wurde leider
zum großen Teil von Vandalen verwüstet. Zwei Masten wurden bereits in den Neunziger Jahren abgebrochen, due drei verbliebenen wurden am 9. Dezember 2005 von einem Fachbetrieb gesprengt und in zerkleinerter Form als Altmetall verwertet. 2005/2006 sind die Gebäude angerissen worden, das Gelände ist heute eine große Freifläche.
Quellen (Auszug):
- Thomas A, Perkin - "Virtual
Langeleben".
- versch. Zeitzeugenaussagen
- eigene Recherchen |