Bereits am 1.7.1946 wurde zwischen
Helmstedt und Marienborn von den Alliierten eine Grenzkontrollstelle eingerichtet,
zuständig sowohl für die Autobahn als auch die Bahnstrecke Hannover-Berlin.
In der Anfangszeit bestand dieser Kontrollpunkt lediglich aus einigen
Holzbauten direkt an der Zonengrenze.
  
Schon sehr bald lief ein großer
Teil des gesamten Verkehrs zwischen den westlichen Besatzungszonen und
West-Berlin über diesen kürzesten Weg durch die sowjetische
Zone. Während der Berlin-Blockade wurde er von der sowjetischen Militärregierung
komplett abgeriegelt. 1950 übernahm dann die DDR das Kommando, nach
1952 (Einrichtung der 5km-Sperrzone) und 1961 (Bau der Berliner Mauer)
wurde diese Grenzübergangsstelle (GÜSt) zunehmend wichtiger,
die Zahl der Reisenden stieg stetig an.
In den 60er Jahren begann die
DDR mit Planungen für einen Neubau, da aufgrund der Lage und Gegebenheiten
der GÜSt immer wieder DDR-Bürgern die Flucht gelang. Zwischen
1972 und 1974 wurde diese neue Anlage dann etwa 1,5km hinter der Grenze,
zwischen Autobahn und Bahnstrecke, erbaut.
Auf der ca. 35ha großen
Anlage versahen rund eintausend Mitarbeiter ihren Dienst, darunter neben
Grenztruppen, Zoll, Passkontrolleinheit und Zivilangestellten auch Mitarbeiter
des Ministeriums für Staatssicherheit.
 
Nach genau 44 Jahren, also
am 1.7.1990, wurden die Kontrollen eingestellt. Seit 13.August 1996 ist
ein großer Teil der Anlage als Denkmal geschützt und kann Dienstags
bis Sonntags zwischen 10:00 und 17:00 besichtigt werden.
Sebastian von Kracht
hat uns freundlicherweise eine Fotoserie aus dem Jahre 1992 zur Verfügung
gestellt, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten:
Quellen (Auszug):
- Gedenkstätte Marienborn
- Die Grenze - Ein deutsches
Bauwerk, Jürgen Ritter/Peter Joachim Lapp
- Mitten in Deutschland - Mitten im 20. Jahrhundert, Bundesministerium
für Gesamtdeutsche Fragen
- History of Berlin Brigade
- Sammlung Sebastian von Kracht
- versch. Archive
- Aussagen von Zeitzeugen
- eigene Recherche |