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Munitionsdepot der US-Airforce in Wenigerath bei Morbach |
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Geschrieben von M.Buschlinger & D.Budian
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Donnerstag, 27 Januar 2005 |
Das Gelände wurde Anfang der 50er Jahre von den französischen
Beatzungstruppen für eine militärische Nutzung ausgesucht.
Eine Absprache der Besatzungsmächte untereinander teilte
das Gelände 1955 der US Army zu, die nach der Enteignung
des Geländes von den Ortschaften Wenigerath und Rapperath
mit dem Bau der Anlagen begann. Anfang der sechziger Jahre wurde
das Gelände an die US Air Force übergeben. 1968 wurde
das Areal auf die heutige Größe erweitert und damit
das flächenmäßig größte Depot der USAFE
(U S Air Force Europe). Die Bezeichnung der Anlage lautete "Wenigerath
Ammunition Storage Area". Seit 1972 war das Depot offiziell
der Hahn Air Base unterstellt. Am 01.01.1975 wurde die Anlage
in "Morbach Ammunition Storage Area" umbenannt. Auf
der Anlage und in Hahn war die 50th Ammunitions Supply Squadron
der USAFE stationiert. Ende der 70er Jahre wurde das Depot laut
Aussagen von US-Soldaten häufiger als Übungsziel für
Bomben und Tiefflugangriffe der NATO-Luftwaffen und der französischen
Luftwaffe genutzt. Das heißt, daß Kampfflugzeuge wie
beispielsweise der mit der Rolle als Bomber überforderte
Starfighter an einem mit Munition bestückten Depot den Bombenanflug
und Tiefflüge übten - glücklicherweise ging dabei
nie etwas schief. Ende der 80er Jahre wurden einige Einrichtungen
nochmals modernisiert - zum Beispiel Werkstätten und Infrastruktur
wie Wasserversorgung, Sperranlagen und Beleuchtung. Während
des ersten Golfkriegs (Operation DESERT STORM) hat die Anlage
über 40.000 Tonnen Nachschub umgeschlagen. Nachdem die Hahn
Air Base 1993 geschlossen wurde, wuchs das Personal des Depots
bis auf über 300 Soldaten an. In diesem Zeitraum wurden drei
weitere Depots geleert und geschlossen und ihr Lagergut in das
Depot Morbach verbracht. Zwischen September 1994 und August 1995
wurde das Depot geleert und die Aufgabe des Standortes vorbereitet.
Die Schließungszeremonie am 02.06.95 beendete die amerikanische
Präsenz in Wenigerath und die US Air Force gab gleichzeitig
ihre größte Lagerliegenschaft in Europa auf.

  
  
Der Standort liegt zwischen 470 m ü.NN und
522 m ü.NN. Das Gebiet des Munitionslager umfasst 142 ha
und ist seit 45 Jahren eingezäunt. Das Gelände besitzt
ein Netzwerk aus Strassen mit einer Gesamtlänge von fast
20 Kilometern. Gebäude und Bunker umfassen ca. 21 ha, Splitterschutzwälle
und Lagerflächen im Bereich der ehemaligen Bombenlagerung
ungefähr 65 ha. Viele der 140 Bombenlagerflächen waren
nicht überdacht, und lediglich von Splitterschutzwällen
umgeben. Das Gelände ist teilweise bewaldet (ca. 50 ha).
Der einfache Zaun des Munitionsdepots hat eine Höhe von
3 m mit S-Drahtkrone und war nachts vollständig beleuchtet.
Zum Schutz gegen unterkriechen ist eine 1 m tiefe Betonmauer
am Zaunfuß eingelassen. In regelmäßigen Abständen
waren Beobachtungsbunker halb in den Boden gebaut, die es den
Wachsoldaten erlaubten, das Geschehen am Zaun gedeckt zu überwachen.
Heutzutage sind viele Wirtschaftsgebäude zurückgebaut.
Viele Einrichtungen wie z.B. die Beleuchtungsanlage am Zaun
sind demontiert. Seit kurzem wird das Gelände als Windpark
ausgebaut und soll mehrere Windkraftanlagen aufnehmen.
Quellen:
- ehem. US-Soldaten des Depots Morbach und der Hahn AB
- Morbacher Bürger und ein Landwirt aus Wenigerath
- Luber 1990, Abrüstungsatlas
- Bartels, Anhäuser, Sartoris 1986, Fichten, Fachwerk, Flugzeugträger
- Beiträge zu einer regionalen Militäranalyse
- Weber, 1989, Die Streitkräfte der NATO auf dem Gebiet der
BRD
- Mechtersheimer, Barth 1986, Militarisierungsatlas der Bundesrepublik
- Internetrecherche
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